SOLOKONZERTE: KLAVIERKONZERT
Taschenpartitur
Aufführungsmaterial
Werkbeschreibung
Notenbeispiel
Jan Ladislav Dussek
(1760-1812)
Konzert für Klavier und Orchester
g-moll, op. 50

herausgegeben von Richard Fuller

Taschenpartitur
Titelblatt: Klavierkonzert in g-moll, op. 50 von Jan Ladislav Dussek
Diese Taschenpartitur hat ein
gelbes Titelblatt
mit schwarzem Aufdruck.
Format der Taschenpartitur: 22,4 x 16,6 cm
Handelspreise ohne Mwst!
Preis der Taschenpartitur:No. 04P/525EUR 14,53
Aufführungsmaterial
Von diesem Werk haben wir das Aufführungsmaterial erstellt!
Preis der Dirigierpartitur:No. 04D/525EUR 29,07
(Format: A4, 29,7 x 21cm, 86 Seiten, spiralisiert)
Die Dirigierpartitur ist nur bei gleichzeitiger Bestellung des Leihmaterials käuflich erwerbbar.
Verleihpreis für das Orchestermaterial:
1 AufführungEUR 325,-
2 AufführungenEUR 485,-
Die Preise gelten für eine kammermusikalische Aufführung bis zu 300 Zuhörer. Bei größerem Publikum bitte den Preis für zwei Aufführungen berücksichtigen!
Im Verleihpreis inbegriffen ist eine weitere Partitur im Format A4 für den Pianisten!
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Werkbeschreibung
Das Klavierkonzert g-moll op. 49/50 wurde wahrscheinlich nach Dusseks Abreise aus England 1799, oder aber bis spätestens 1801 in Deutschland komponiert. 1801 erschien die gedruckte Erstausgabe bei Érard in Paris, 1803 folgten eine Londoner Ausgabe von op. 49 bei Clementi & Co. sowie die (überarbeitete) Leipziger Ausgabe als op. 50 bei Breitkopf und Härtel. Im Intelligenzblatt zur Allgemeinen Musikalischen Zeitung vom 16. Nov. 1803 wird das Konzert unter den "seit St. Johannis" bei Breitkopf und Härtel erschienenen Drucken angekündigt. Aufführungen sind in Hamburg am 2. Februar 1802 und in Leipzig am 18. November 1802 gesichert, bei denen das Konzert sehr lobende Aufnahme fand. Dussek spielte es nach 1801 als festen Bestandteil in seinem Konzertprogramm.
Dusseks 1792 ebenfalls nach London geflohener und mit ihm selbst gemeinsam auftretender Kollege G. B. Viotti (1755 - 1824) hatte schon 1791 - 1794 ein Klavierkonzert in g-moll, das auf den älteren oder neuen Klavieren mit zusätzlichen Tasten gespielt werden konnte, komponiert; Mozarts c moll-Konzert war 1801 erstmals bei André gedruckt erhältlich. Möglicherweise war das nun Anstoß genug für Dussek, sich selbst in einer Molltonart zu versuchen. Eine Vermutung, wie auch immer, das Resultat ist ihm voll und ganz gelungen, nur selten ist ein Werk von derartiger In-sich-Geschlossenheit. In der Entwicklung der Gattung ist es ein Meilenstein auf dem Weg in die Romantik.
Im Vergleich zum zur gleichen Zeit "gelehrt" komponierten c-moll Klavierkonzert op. 37 von Beethoven ist das Dussek g-moll Konzert "con foco ed anima" von offenerem Pathos, expressiver, extrovertierter, kompakter und wirkt wie aus einem Guß.
Der erste Satz ist ein groß angelegtes Allegro (3/4, 626 Takte), das dem Charakter von g-moll entsprechend von schwermütiger Leidenschaft und Melancholie erfüllt ist. Die Orchestereinleitung ist mit 113 T. symphonisch breit angelegt, das Klavier setzt in T. 114 ff ein. Die 127 T. ausgedehnte Durchführung, beginnend mit dem Soloeinsatz in T. 339, baut ungeheure Spannung auf, die sich zunächst mit T. 431 ihren Kulminationspunkt erreicht zu haben scheint; dem scheinbaren Abbau folgt aber ab T. 439 sofort wieder ein Anwachsen, und der eigentliche Gipfel ist erst mit Takt 443 erreicht, wo sich mit einem fortepiano Tuttieinsatz die gesamte Spannung entlädt.
Der zweite Satz (2/4, in "verliebtem" Es Dur) ist in dreiteiliger Liedform angelegt, wobei der Soloeinsatz des Klaviers an die Canzonette op. 52/Nr. 1 (Craw 200) erinnert. Im weiteren Verlauf kommt es aber auch hier im Mittelteil zu einem heftigen Leidenschaftsausbruch.
Der dritte Satz (Rondo, 2/4) beweist Dusseks große Liebe zur Volksmusik. In dem ganze Rondo durchziehenden trotzig anmutenden böhmischen Tanz setzt er seiner für ihre Tanzmusik berühmten Heimat ein musikalisches Denkmal. Der Satz schließt dröhnend in moll, das "lieto fine", das fröhliche Ende der Klassik ist überwunden.
Trotz aller Vorliebe Dusseks für pianistische Brillanz gibt es in allen Sätzen keine Kadenzen mehr (Beethovens Es-dur Konzert op. 73 verzichtet erst sieben Jahre später darauf). Ein klangstarkes Klavier und ein groß besetztes Orchester sind Voraussetzung für die entsprechende Wirkung des großartigen und zu unrecht vergessenen g-moll Konzerts von Dussek.
Außer den Originalausgaben gibt es sonst keine späteren vollständigen Editionen, weder in Partitur noch als Stimmensätze. Auch als Leihmaterial ist es nicht komplett verfügbar. Selbst die Serie wissenschaftlich-kritischer Ausgaben "Musica Antiqua Bohemica" führt bisher kein einziges Dussek-Konzert als Studienpartitur in ihrem Verlagsprogramm.
Dr. Heinz Anderle Dr. Heinz Anderle ist wissenschaftlicher Berater des Musikverlages Wolfgang Kiess. Er ist Initiator der vorliegenden Serie von Werken.
Notenbeispiel
Klavierkonzert, g-moll, Allegro,, Partitur
Klavierkonzert in g-moll, op. 50 von Jan Ladislav Dussek, Partitur
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