ORCHESTERWERKE: REQUIEM
Taschenpartitur
Aufführungsmaterial
Werkbeschreibung
Notenbeispiele
François Joseph Gossec
(1734-1829)
Requiem
Grande Messe des Morts (1760)

herausgegeben von Wolfgang Kiess

Taschenpartitur
Titelblatt: Requiem, Grande Messe des Morts von Francois Joseph Gossec
Diese Taschenpartitur hat ein
graues Titelblatt
mit schwarzem Aufdruck.
Format: 22,4 x 16,6 cm
Handelspreise ohne Mwst.!
Preis der Taschenpartitur:No.07P/540EUR 29,07
Aufführungsmaterial
Von diesem Werk haben wir das Aufführungsmaterial erstellt!
Preis der Dirigierpartitur:No.07D/540EUR 72,67
(Format: A4, 29,7 x 21cm, 252 Seiten, spiralisiert)
Die Dirigierpartitur ist nur bei gleichzeitiger Bestellung des Leihmaterials käuflich erwerbbar.
Preis des Chorheftes:No.07C/540EUR 7,30
(S, A, T, B, Format: A4, 29,7 x 21cm, 39 Seiten, Umschlag)
Die Mindestbestellmenge des Chorheftes ist 20 Stück!
Verleihpreis für das Orchestermaterial:
1 AufführungEUR 510,-
2 AufführungenEUR 726,-
Im Verleihpreis inbegriffen sind Partiturauszüge für die Solisten und eine weitere Partitur im Format A4!
Bitte kontaktieren Sie uns, wenn Sie Fragen dazu haben!
Werkbeschreibung
Der endgültige künstlerische Durchbruch gelang dem 26-jährigen Gossec mit der Uraufführung seiner "Grande Messe des Morts" im Mai 1760 in der Jakobiner-Kirche "Saint Jacques" in Paris. Obgleich musikalisch ein Unikum mit großer Besetzung, großem gemischten Chor mit Solistenquartett und eineinhalb Stunden Aufführungsdauer, machte gerade dieses Werk Gossec gleichsam über Nacht berühmt und auch im Schaffen in anderen Genres (speziell der Oper) erfolgreich. Bis 1792 sind 15 Aufführungen belegt und bis etwa 1814 wurden es immer wieder ins Programm genommen, einzelne Nummern, besonders das "Dies irae", auch alleine. Nicht zuletzt ist es, wie bereits erwähnt, das erste Beispiel der Revolutionsmusik: Allein im August 1789 erlebte das Requiem (Komponisten für Auftragswerke waren durch Kontakte zum Hof zu vorbelastet) drei Aufführungen als Revolutionsmusik "en l'honneur des citoyens morts pour la défense de la cause commune", für die Gefallenen des Bastillesturms aus dem Faubourg Saint Martin-des-Champs.
Gossec faßte die Abfolge der Requiemvertonung in 25 Sätze, wobei er Teile der Sequenz ohnehin ausließ. Der Erstdruck, eine gestochene Partitur, erschien 1780 in Paris "chez M. Henry rue Traversiere St. Honoré à coté de l'Hôtel de Bayonne" und wurde den Administratoren der "Concerts des Amateurs" gewidmet. In Subskription und als Abschriften fand es in ganz Europa Verbreitung. Der Wiener Hofbibliothekar Gottfried van Swieten war unter den Subskribenten und dürfte auch dem jungen Beethoven sein Exemplar gezeigt haben - Beethoven kannte das Requiem nachweislich. 1814 überarbeitete Gossec sein Requiem, doch geriet es nach 1815 mit dem Rückzug Gossecs ins Privatleben außer Gebrauch, und allmählich begannen die Requien von Mozart und Cherubini seinen Platz im Repertoire einzunehmen. Noch heute ist es wegen seiner ungeheuren Ausmaße nicht im Konzertprogramm.
Es ist ein Phänomen, daß ausgerechnet ein geistliches Werk, eine "Große Totenmesse", Gossecs Ruhm begründen konnte - vielleicht deshalb, weil sich in Gossecs Requiem alle Elemente eines ausdrucksstarken klassischen Kirchenstils finden, der auch 200 Jahre später trotz der außer Gebrauch gekommenen Sprache, des Triumphs der Aufklärung und der Konsequenz der Säkularisierung noch immer erhaben und viel unmittelbarer ansprechend wirkt als die molltriefende Frömmigkeit des Barock, die gottgefällige Unmündigkeit in den Kantaten Bachs oder die steifen Oratorien Händels: der von Pergolesi mitbegründete Cantabile-Stil, italienische "buffo"-Elemente in Arien - auch bei solchen für Solo und Chor, klassische, kräftige Konturen des großen Chores, Mannheimer Dynamik im Orchestersatz (mit Klarinetten und ohne bezifferten Orgelbaß!), farbige Transparenz im Bläsersatz, der gekonnte Umgang mit den Figuren der Rhetorik, der Affektenlehre und der Tonartenästhetik an der Scheide zwischen Barock und Klassik und nicht zuletzt die wahre Meisterschaft des Kontrapunkts, vor allem in der Chorfuge.
Gossecs Requiem hat musikhistorisch die gleiche Bedeutung wie J. S. Bachs h-moll Messe oder Beethovens Missa Solemnis. Es ist das Verdienst des Wiener Musikwissenschaftlers Hartmut Krones, dem diese moderne Ausgabe der Originalfassung gewidmet ist, diese Vorbildwirkung für Mozarts Requiem zuerst beschrieben zu haben (1987): 1763 war Mozart zum ersten Mal in Paris und wurde Gossec vorgestellt. Bei der dritten Parisreise gehörte der etablierte Meister zum Fixpunkt künstlerischer Zusammenarbeit.
Der Umstand, daß Mozart über dem noch unvollendeten Werk verstorben ist, wirft die Frage auf, inwieweit Mozarts Schüler Süßmayr bei der Ausarbeitung der fehlenden Nummern auf Skizzen Mozarts zurückgreifen konnte. Gerade in diesen Teilen fand Krones strukturelle und harmonische Anleihen von Gossecs Werk, was den Einfluß Gossecs auf Vorstellungen Mozarts zu einer Totenmesse erkennen läßt.
Dr. Heinz Anderle Dr. Heinz Anderle ist wissenschaftlicher Berater des Musikverlages Wolfgang Kiess. Er ist Initiator der vorliegenden Serie von Werken.
Notenbeispiele
Requiem, "Grande Messe des Morts", Partitur
Requiem, Grande Messe des Morts von Francois Joseph Gossec, Partitur
Requiem, "Grande Messe des Morts", Chorheft
Requiem, Grande Messe des Morts von Francois Joseph Gossec, Chorheft
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