ORCHESTERWERKE: SYMPHONIE
Taschenpartitur
Aufführungsmaterial
Werkbeschreibung
Notenbeispiel
Paul Wranitzky
(1756-1808)
Symphonie
Grande Symphonie Charactéristique
pour la Paix avec la République Française
c-moll, op. 31

herausgegeben von Josef Wagner

Taschenpartitur
Titelblatt: "Grande Symphonie Characteristique" in c-moll, op. 31, von Paul Wranitzky
Diese Taschenpartitur hat ein
gelbes Titelblatt
mit schwarzem Aufdruck.
Format: 22,4 x 16,6 cm
Handelspreise ohne Mwst.!
Preis der Taschenpartitur:No.23P/550EUR 14,53
Aufführungsmaterial
Von diesem Werk haben wir das Aufführungsmaterial erstellt!
Preis der Dirigierpartitur:No.23D/550EUR 29,07
(Format: A4, 29,7 x 21cm, 95 Seiten, spiralisiert)
Die Dirigierpartitur ist nur bei gleichzeitiger Bestellung des Orchestermaterials käuflich erwerbbar.
Verleihpreis für das Orchestermaterial:
1 AufführungEUR 325,-
2 AufführungenEUR 485,-
Die Preise gelten für eine kammermusikalische Aufführung bis zu 300 Zuhörer. Bei größerem Publikum bitte den Preis für zwei Aufführungen berücksichtigen!
Im Verleihpreis inbegriffen ist eine weitere Partitur im Format A4!
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Werkbeschreibung
Der erste Satz "Die Revolution" Andante maestoso - Allegro beginnt mit den finsteren Zuständen des Ançien Régime und dem Erwachen der Revolution. Im Allegro bricht die Revolution (c-moll) mit dem Bastillesturm los. Um die Bastille wird heftig gekämpft, nach ihrem Fall tanzen und jubeln die Menschen auf den Straßen (B-Dur); doch dann beginnt der erste Koalitionskrieg. Der englische Marsch (C-Dur, Oboen, Klarinetten und Fagotte) beginnt pianissimo wie in weiter Ferne und ist in eiligem Tempo gehalten, gleichsam als moderner Militärmarsch für Harmoniemusik. Doch die Kanonen der Revolution schlagen die Eindringlinge zurück. Der österreichisch-preußische Marsch (Es-Dur, Streicher und Bläser) ist würdevoller (più maestoso), schließlich zog mit den Österreichern und Preußen auch eine französische Emigrantenarmee geflohener Adeliger und ihres Hofstaats bis Valmy (Kleßmann 1995). Trotz der ausländischen Invasoren und innerer Konflikte (auch der Tanz ertönt nun in c-moll) bleibt die Revolution aber siegreich - und bedrohlich, wie der aggressive Rhythmus unmittelbar vor dem Ende des ersten Satzes andeutet.
Der zweite Satz "Das Schicksal und der Tod König Ludwigs" Adagio affettuoso, aber im alla breve-Takt, beginnt mit einer Bourée, einem höfischen französischen Tanz. Das Klarinettensolo läßt noch einmal das Bild der Rokokoidylle Marie-Antoinettes vorbeiziehen, doch die Unzufriedenheit gärt bedrohlich im Volk. Schließlich ist es zu spät: Die Klarinetten werden von den Streichern übertönt, der Kopf des Königs wird gefordert. Die Fortissimo-Schläge der mit einem Tuch gedämpften Pauke bedeuten das Fallen der Guillotine. Der nachfolgende Trauermarsch gehört zu den schönsten Beispielen seiner Art.
Der dritte Satz beginnt wieder mit dem Aufmarsch der Alliierten, zuerst mit dem englischen, dann mit dem österreichisch-preußischen Marsch. Im folgenden "Getümmel einer Schlacht", das die entscheidende Schlacht von Mantua am 14. 1. 1797 darstellt, eröffnet ein Kanonenschuß (türkische große Trommel) das Kampfgeschehen. Die kleine Soldatentrommel steht für Gewehrfeuer und die punktierten Rhythmen des Flautinos und der Soldatentrommel für den Anmarsch. Ein Trompetensignal gibt das Zeichen zum Angriff. Der Komponist zitiert - die vierseitige Niederschrift verschiedener militärischer Trompetensignale, die aus seinem Besitz stammt, deutet daraufhin - bewußt die entsprechenden Trompetenstöße. Unvermutet befindet sich der Zuhörer mitten im erbitterten Gefecht mit dem Säbel. Nach heftigen Kämpfen mit Artillerie und Kavallerie bläst die Trompete zum Sammeln und zum Ruhen der Waffen.
Im vierten Satz wird zunächst in der pastoralen Einleitung Andante grazioso über den Frieden verhandelt. Die Stimmung ist volksliedhaft-ländlich gehalten. Über eine einfache Kadenz, die wohl das freudige Staunen und die Verbreitung der Nachricht ausdrücken soll, bricht der Jubel (Allegro vivace) in strahlendem C-Dur los. Auch hier ist das Jubelthema ebenso wie ein tänzerisches Thema volkstümlich. Bläser und Streicher intonieren immer wieder "Habt Acht!" und fordern so zur Aufmerksamkeit. Ähnlich dem Tanz nach dem Bastillesturm finden auch hierzulande die Feiern unter freiem Himmel statt, worauf die Passagen der Harmoniemusik hindeuten. Mit dem Signal "Abblasen" endet die Symphonie.
Dr. Heinz Anderle Dr. Heinz Anderle ist wissenschaftlicher Berater des Musikverlages Wolfgang Kiess. Er ist Initiator der vorliegenden Serie von Werken.
Notenbeispiel
Grande Symphonie, c-moll, Andante Maestoso, Partitur
Symphonie in c-moll, op. 31, von Paul Wranitzky, Partitur
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